Presseberichte 09/10
Wer wird Stammschule? Einiges spricht jetzt dafür, dass die Schule am Silahopp Außenstelle und die Faustschule in Knittlingen Stammschule der gemeinsamen Werkrealschule werden könnte. Die Maulbronner wollen allerdings auf Augenhöhe diskutieren.Gemeinsamer Weg mit Hürden
MAULBRONN. Sein „Ja" zur Werkrealschule mit Knittlingen an den Standorten Faustschule und Schule am Silahopp hat der Maulbronner Gemeinderat gegeben - spannend wird nun die Diskussion um den Sitz der Stammschule.
von Nadine Schmid, Pforzheimer Zeitung vom 20.01.2010
Die Prognose von Joachim Eichhorn sorgte gestern Abend für Diskussionen. Der Rektor der Schule am Silahopp will die Schulleitung zwar in Maulbronn und hat auch Argumente dafür, hält es aber für wahrscheinlich, dass die Dr.-Johannes-Faust-Schule die besseren Karten hat, Stammschule - und damit zentrales Organ der gemeinsamen Werkrealschule (WRS) Knittlingen-Maulbronn - zu werden. Dafür spreche ein Schreiben des zuständigen Ministerialdirektors, nach dem die Leitung einer neuen WRS dem Schulleiter übertragen wird, der die höher dotierte Stelle bereits innehat. „Das ist in unserem Fall Knittlingen", stellte Eichhorn fest. Bürgermeister Andreas Felchle hakte ein: „Das ist eine offene Flanke, da ist noch nichts ausgemacht." Mit Blick auf die häufig wechselnden Vorgaben in Sachen Werkrealschule in den vergangenen Monaten will Felchle „objektiv und auf Augenhöhe" mit dem Partner Knittlingen über den Sitz der Stammschule diskutieren. Der Bürgermeister regte eine gemeinsame Sitzung mit dem Knittlinger Gemeinderat an.
Bevor sich der Maulbronner Gemeinderat gestern Abend einstimmig für eine gemeinsame Werkrealschule mit Knittlingen an den Standorten Faustschule und Schule am Silahopp entschied, plädierte Stadträtin Karin Bohn-Abt (BWV) dafür, die Stammschul-Frage nicht „kampflos" aufzugeben. Als Mutter zweier Realschülerinnen an der Faustschule sprach sie von einer „katastrophalen Organisation". „Im Moment geht viel schief. Ich befürchte, wenn sie auch noch die Werkrealschule bekommen, klappt dort gar nichts mehr." Für Kollege Albert Kärcher war nach der Einschätzung von Eichhorn allerdings klar: „Knittlingen wird Kopfschule, die Politik gibt uns das vor." Schulleiter Eichhorn wies allerdings darauf hin: „Was hindert die Knittlinger ihre Realschule zu stärken und die Schulleitung an uns abzutreten?" Beide Schulen, so Felchle, seien räumlich in der Lage, die Werkrealschule komplett unterzubringen. Peter Wilhelm (LMU) wies darauf hin, dass eine Lösung an einem Ort aus pädagogischer Sicht vorzuziehen sei.
In Maulbronn war man davon ausgegangen, dass die Knittlinger zeitgleich mit den Klosterstädtern über die geplante Kooperation entscheiden. In Knittlingen ist die nächste Gemeinderatssitzung aber erst am Dienstag, 26. Januar. „Die Zielrichtung Maulbronn ist klar", sagte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp gestern zur PZ. Er habe, nachdem es vor Weihnachten Gespräche zwischen den Verwaltungsspitzen gegeben hat (die PZ berichtete), positive Rückmeldungen aus den Knittlinger Fraktionen erhalten. Zum Thema Standort der Stammschule sagte Hopp: „Wir hätten es gern, wenn der Kopf hier wäre."
Beim weiteren Vorgehen sollte man aus Sicht von Bürgermeister Felchle nichts überstürzen. Dem stimmte Schulleiter Eichhorn zu: Es mache Sinn, das kommende Schuljahr abzuwarten. „Es muss noch vieles geklärt werden. Aus Fehlern, die andere machen, können wir lernen."